Dark Forest
Ein anderes Leben

Nachdem mein Schüler sich auf eine längere Wissenreise begeben hat, ist für mich die Gelegenheit gekommen ins Kloster zu ziehen.

Nachdem Ephraim in der Früh das Haus verließ, packte ich meine wenigen Sachen. Nayna war so gut meiner Frisur abhilfe zu leisten. Es ist ein seltsames Gefühl einen Großteil seiner Haare abzulegen, doch ich gewöhnte mich schnell daran. Ich bat sie den abgeschnittenen Zopf an ihren Bruder zu geben. 

Nachdem ich auch meine Kutte angezogen hatte, machte ich mich auf den Weg. Der Abt des Klosters wusste bereits über meine Ankunft Bescheid und erwartete mich. Entgegen unserer Abmachung jedoch, empfing er mich nicht allein. An seiner Seite standen ein Schmied und ein Schneider. 

Man wollte mich meinem Stand entsprechend einkleiden hieß es. Erst jetzt fiel mir die rankende Rose auf dem Tor auf und ich begriff das es nicht irgendein Kloster ist.

Eilig geleiteten mich die drei Mönche in einen scheinbar selten betretenen Flügel des Klosters, denn der Gesang der anderen Mönche kam die Halle herauf. Man verschloß die Tür von innen und legte zusätzlich einen schweren Holzbalken davor. Eine innere Stimme sagte mir das ich jenen vollkommen vertrauen könne, so legte ich auf das Bitten des Abtes hin meine Kleider ab. Eilig nahmen Schmied und Schneider meine Maße und machten sich ans Werk mir eine entsprechende Gewandung zu fertigen. Derweil lud der Abt zu Tisch. Ich folgte ihm in der Kutte welche ich beim Betreten des Hauses trug. Er erwähnte das ich unter dem Schweigegelübte stünde und bot mir einen Platz zu seiner Rechten an. Niemand am Tisch fragte warum ich mein Haupt beim Mahl bedeckt hielt und so kam auch niemand auf die Idee mein Gesicht sehen zu wollen.

 Das Essen lag schwer im Magen und der Wein war nicht gerade das was man gut nennt, doch ich aas schweigend bis ich meinen Teller gelert hatte. Nach dem Essen folgte ich dem Abt in die Krypta. Wir unterhielten uns lange über Belanglosigkeiten ehe zum Gebet gerufen wurde. Ich nutzte die Zeit des Gebets um allein zu sein, allein unter vielen Mönchen die um mich herum knieten und leise ihre Gebete sangen. Im Anschluss zeigte mir der mir inzwischen vertraute Abt meine Stube. Es war ein spärlich eingerichteter Raum mit Bett, Tisch, Stuhl und einem kleinen Schrank. Auf dem Tisch lag ein Buch des Mannes dem ich geweiht worden war. Es sei nun mein Buch, sprach der Abt und zog nickend die Tür zu.

Ich begann zu lesen bis es Still wurde, dann löschte ich die Kerze und begab mich zur Ruhe.

5.11.08 15:44
 


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